#fotografen_und_presse_alltag

Heute schon die Zeitung gelesen oder in einem der unzähligen online Angebote gestöbert? Wenn ja, auch schon mal drüber nachgedacht was und wer dahintersteckt? Ich möchte euch heute mal ein wenig an Pressearbeit anhand einer 9 tägigen Sportveranstaltung teilhaben lassen. Die jenigen von Euch die das hier lesen, wissen worüber ich schreibe und haben bestimmt noch viele viele Ergänzungen was den Presse- und Fotografenalltag umschreibt.

Vorbereitung ist alles? Nein, Up to Date zu sein ist zumindest für mich ein etwas gewichtigerer Punkt. Nicht nur die Sportveranstaltung besuchen, ein paar Bilder machen und hinterher darüber zu berichten. Es fängt schon wesentlich früher an. Bereits im Vorfeld findet die ein oder andere Pressekonferenz statt, auf der zum einen der Preis und die Teilnehmer vorgestellt werden, zum anderen aber auch das komplette Rahmenprogramm. Bis hier hin alles im grünen Bereich. Hin zur PK und zumindest ein Bild von der Trophäe machen und wenn es nur für das Archiv ist.

20180509_KFO_485Die Trophäe der Gerry Weber Open

Im Hintergrund kommen mehrmals die Woche weitere Informationen über die Veranstaltung rein, die ebenfalls für meine Arbeit wichtig sind. Nun kommt natürlich auch die Vorbereitung auf die Veranstaltung zum Tragen. Laufen die Kameras und Objektive? Sind die Akkus voll und was macht das Notebook, müssen erst Updates gefahren werden? Solche Fragen gehen mir im Vorfeld durch den Kopf. Allerdings kümmere ich mich meist erst zwei Tage vor der Veranstaltung um das Equipment.

Endlich Veranstaltungsbeginn und ein Wiedersehen mit Freunden die man häufig nur hier trifft. Einchecken, alle nötigen Unterlagen und tagesaktuelle Informationen einholen. Danach geht es ab zum Platz. Vorbei an einigen Kollegen die schon vor Ort sind und sich entweder ebenfalls auf alles vorbereiten oder schon eifrig am arbeiten sind. Welch ein Apparat dahinter steckt ist vielen nicht bewusst. Über 400 Fotografen, Journalisten, Filmteams und Onlineteams arbeiten mit Hochdruck an aktuellen Beiträgen rund um jedes einzelne Match, jeden einzelnen Spieler, jeden Promi und alles was rund um die Veranstaltung passiert. Es gibt eigentlich nur ein kleines Team, welches noch mehr zu tun hat, die Presseabteilung des Veranstalters. Diese kümmern sich nämlich um alle anderen, damit deren und unsere Arbeit reibungslos funktioniert. Da schon mal ein riesen DANKESCHÖN!

Wenn der eigene Arbeitsplatz vorbereitet ist, kann die Arbeit z.B. am Center Court ja losgehen. Vorher die Überlegung wer spielt und wer könnte zumindest fotografisch am interessantesten und am wichtigsten sein. Auch wenn man alle anderen Teilnehmer auch fotografiert, gibt es trotzdem immer eine/n der am interessantesten ist. Diesem widmet man dann mehr Aufmerksamkeit. Dazu gehören natürlich die Top 10 Teilnehmer der Welt.

Auch wenn man sich in erster Linie um den bekannteren Spieler kümmert, so darf man den anderen Spieler nicht vergessen. Vor der Partie kann keiner den Ausgang vorhersagen und wenn dann ein Bild vom Sieger fehlt, beißt man sich schon mal in den Hintern. Es heißt nicht nur schnelle Kameras haben, sondern in bestimmten Situationen auch schnell handeln. Bestimmte Bilder müssen einfach sofort an Agenturen und Zeitungen versendet werden, damit auch diese aktuell von der Veranstaltung berichten können. Dazu zählen vor allem die zahlreichen Onlineportale. Hat eine Agentur oder Zeitung schnell ein Bild, so können sie aus einem bestimmten Pool auswählen und nehmen dann vielleicht deines. Dieses Prozedere wiederholt sich nach jedem Match und nach jedem Pressegespräch. Und glaubt mal in diesem Bereich ist die Konkurrenz enorm groß.

Täglich wird über das Sportevent auf allen Kanälen berichtet. Journalisten beobachten dafür die Spiele und hören sich die Pressekonferenzen an. Danach werden die Texte gefertigt und entweder vom eigenen Fotografen die Bilder verwendet oder aus dem großen Pool der Bildagenturen. Videos werden gemacht, Szenen aus dem Spiel, den PKs, den Konzerten und alles was sonst rundherum passiert. Bearbeiten, schneiden und anschließend das fertige Produkt hochladen und verbreiten. Dafür sitzen die vielen Journalisten und Fotografen jeden Tag viele Stunden an ihrem PC / Notebook, um die aktuellen Informationen weiterzuleiten.

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Den richten Platz finden ist manchmal nicht einfach und Ellenbogen werden häufig auch ausgefahren. Es geht nun mal um das perfekte Bild, aus vielleicht dem perfekten Blickwinkel und vor zum richten Zeitpunkt. Bei einer Siegerehrung wollen alle den Sieger mit Trophäe haben, am besten allein und so wie man es möchte, das geht aber meist nicht. Nur sehr selten hat jemand die Zeit sich für jeden Fotografen extra zu positionieren. Daher muss man aus den Gegebenheiten versuchen das beste zu machen.

Sollte es den Anschein erwecken das journalistische Arbeit stupide wäre und täglich das selbe, dann täuscht ihr euch. Journalistische Berufe verlangen ein extrem hohes Maß an Flexibilität und Exklusivität, Durchsetzungsvermögen, Ideenreichtum und Einsatzbereitschaft. Natürlich gibt es viele andere Berufe die genau diese Voraussetzungen auch haben, doch nach meiner Meinung ist keiner damit vergleichbar.

Von Freunden, Bekannten und der Familie hört man immer wieder, „Du bist ja viel unterwegs“. Ja das ist man, aber es macht auch unheimlich viel Spaß und man lernt dabei auch unheimlich viele nette Kollegen und Menschen kennen und das ist mir persönlich sehr wichtig daran.

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